Am Samstag ist freundliches Wetter angesagt, bevor es am Sonntag trübe werden soll. Also Grund genug eine Tagestour zu unternehmen. Der Wind bläst aus Südost, also geht es in Richtung Westen und als Ziel ist der geografische Mittelpunkt der EU anvisiert.
Auf bekannten (undn kürzesten) Weg geht es nach Westen. Der angesagte Wind bläst noch schwach, aber immerhin sind die 3°C erträglicher. Bald lasse ich den Steigerwald-Stufe (geologisch: Keuper / erdgeschichtlich vergleichbar mit den Jura der Fränikische Schweiz) hinter mir. In Abstwind umfahre ich den Kopfsteinpflaster-Pave und genieße lieber das Aroma der hier ansässigen Kräuter-Fabrik.
Die ruhigen Landstraßen sind mit Obstbäumen gesäumt. 
Bald erreich Volkach. Heute ist ziemlich ruhig. Kein Markt und wenig Touristen sind unterwegs.

Nun geht es über den Main und hoch in die Weinberge unter der Vogelsburg.

Gut, dass man hier schon öfters gewesen ist und sich auskennt. So nimmt man den Weg quer durch die Weinberge anstatt den offiziellen Radweg entlang der Straße. So hat man einen herrlichen Blick auf Escherndorf.

Nun führt mich mein Weg auf das Hochplateau, wo es große Felder gibt. Noch wächst nichts und so erspähe ich eine Hasenfamilie. Statt die Flucht zu ergreifen, bleiben sie ruhig sitzen.Waren das die Osterhasen?

Nun komme ich nach Gadheim, wo der geografische Mittelpunkt der EU liegt. Nach den Brexit ist dieser von Oberwestern (in der Nähe von Aschaffenburg) nach Gadheim (Ortsteil von Veitshöchheim) gewandert. So sind es "nur" noch 100km und keine 200km



Bis hierher hat mich der (Rücken-) Wind ordentlich unterstützt, doch nun quere ich die Windrichtung und das Stundenmittel von 28km/h wird sich auf unter 25km/h verringern. Froh ist man, wenn man einen Hohlweg wie hier findet.

In den Wälden bilden die Buschwindröschen einen Blütenteppich.

Ich folge bald den Flüsschen Wern bis nach Werneck, wo ich den Balthasar Neumann - Schloss kurz einen Besuch abstatte.


Weiter geht es nach Schweinfurt. Den Innenstadtverkehr vermeide ich, indem ich die alte Panzerstraße nehme. Teilweise schaut das reine Kopfsteinpflaster raus, welches wohl vor dem Weltkrieg verlegt wurde. Nun komme ich das Schweinfurter Oberland und weiter zum Ellertshäuser See, der nach der Sanierung im Jahr 2022-2024 wieder voll gefüllt ist.

Idylle in Wetzhausen

Ich passiere die Birnfelder Gerichtslinde bevor es hoch in die Haßberge geht.

Km-weit geht es durch den Wald. Im Schaten wird es frisch. In Sternberg fahre ich einen Schlenker um das Schloss. 

Ich bin an der Landesgrenze von Bayern und Thüringen. Aus den Vorwende-Zeit stammt noch der Bayernturm, um ein Blick über die Grenze zu erhaschen.

Diesmal erspare ich mir den Aufstieg, war ich doch schon vor ziemlich genau 8 Jahren (20. April 2018) schon oben. Oh meine Güte - wien lange halten meine Trikots (nur die Hosen gehen regelmäßig kaputt).
Auf den kürzesten Weg geht es nach Coburg und somit auch ein Stück durch Thüringen. Ein Schild erinnert an die Grenzöffnung.

Als ich Thüringen wieder verlasse steht kein Schild, aber ein verlassener Wachturm am ehemaligen Örtchens Billmuthhausen. Der Ort war zu grenznah und wurde seinerzeit abgerissen.

Noch ein paar km bis zum Ziel. Der zunehmende Verkehr kündigt Coburg an. Nun habe ich die Entscheidung nochmal in die Stadt zu gehen oder gleich in den Zug zu steigen. Ich spare mir die Stunde, warte nur 5 Minuten und steige in den Zug und ruckizucki komme ich wieder nach Erlangen / vielmehr Forchheim. Mit der Heimfahrt sind dann nicht nur die über 10h Fahrzeit, sondern auch die 250km voll. Ein Glück, dass es am Sonntag regnet und ich mich auf den Sofa regeniere kann.
Ciao
Roland
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